Der Anfang aller Strick- und Häkelarbeiten ist die Maschenprobe: Sie ist die Grundlage aller Maße, die ihr für einen Pullover, Strümpfe oder andere Kleidung und natürlich auch für das Rechnen mit dem Knitulator braucht. Sie wird benötigt, weil alle unterschiedlich stricken und häkeln: Wer locker strickt und häkelt, braucht weniger Maschen als der, der die Maschen fester zieht. Die Angaben auf der Woll-Banderole sind daher nur Annäherungswerte, wer sich allein darauf verlässt, muss damit leben, dass der Pullover zu eng oder zu weit wird.

Der Knitulator-Rechner

Der Knitulator-Rechner

Für die Maschenprobe wird ein Quadrat gearbeitet: Fünf Zentimter reichen dem Knitulator zum Rechnen aus, noch besser sind aber zehn Zentimeter, weil sich dann die Maschenprobe besser mit den Angaben auf der Banderole der Wolle oder mit den Angaben der Anleitungen vergleichen lässt. Während aber auf der Banderole mit einem Stück gerechnet wird, das glatt rechts gestrickt wurde, also eine Reihe rechts, die nächste links (fürs Häkeln sind die Angaben nicht zu vergleichen), solltet ihr eure Maschenprobe in dem Muster arbeiten, das ihr für eure Mode ausgewählt habt. Durch gekreuzte Maschen, Rippen oder farbige Einstrickmuster beispielsweise zieht sich ein Strickstück zusammen, ihr braucht also mehr Maschen und Reihen, um auf die gewünschten Maße zu kommen. Umgekehrt machen Lochmuster ein Muster luftiger und breiter/höher. Mit der Maschenprobe wird aber nicht nur das Muster ausprobiert, sondern auch, ob die Nadeln passen: Wer fester strickt und häkelt, kann größere Nadeln wählen, wenn die Wolle locker verarbeitet werden und ihre Struktur zur Geltung kommen soll.

Wieviele Maschen und Reihen zehn Zentimeter ergeben, zeigt die #Maschenprobe: Mit diesen Werten werden alle Maße ausgerechnet, die für ein Kleidungsstück notwendig sind. Diese werden in den Knitulator-Rechner eingegeben. Danach berechnet die App die Maschen für den Anschlag von Rücken- oder Vorderteil, die Abnahmen für Ausschnitte, die Zunahmen für Ärmel sowie die Reihen für den Bund usw. Einige wichtige Maßpunkte für unterschiedliche Kinder-, Frauen- und Männergrößen finden sich im Knitulator, wenn ihr dort ein Projekt anlegt.

Der Knitulator rechnet aber auch Maschen und Reihen in Maße um. Dafür müsst ihr im zweiten Feld angeben, was der Knitulator berechnen soll: Maschen, Reihe, Breite oder Höhe? Maschen und Reihen in Maße umzurechnen, wird nötig, wenn ihr zum Beispiel eine Jacke nach Anleitung strickt, euch aber das Originalgarn nicht gefällt und ihr mit dünnerem oder dickerem Garn arbeitet: Anleitungen enthalten zwar Schnittzeichnungen mit den wichtigsten Maßangaben, aber die Abnahmen für die Armkugel, für die Ausschnittrundung am Hals oder auch in der Schulterpartie eines Norwegerschnitts werden nur grob angegeben: Hier könnt ihr den Knitulator einschalten und umrechnen, so dass ihr mit den exakten Maß- und Maschenangaben arbeiten könnt.

Und was lässt sich aus Maschenproben machen? Nunja, sie können aufgeribbelt und gleich mit verstrickt werden. Kinder freuen sich über einen Teppich für die Puppenstube oder eine Decke für die Puppe. Wer seine Maschenproben sammelt, kann sich aus den Quadraten ganz nebenbei noch eine schöne, bunte und musterhafte Decke zusammennähen