Zuerst machte der US-Wollladen Knitpicks darauf aufmerksam, gestern schrieb die Süddeutsche Zeitung darüber: In den USA werden sogar die “ugly sweaters”, die hässlichen Pullover, unter Strickerinnen und Häklerinnen zum Thema gemacht. Regelmäßig finden zum Beispiel #Ugly-Sweater-Runs in den USA statt, der nächste etwa in knapp einer Woche am 13. Dezember in Sacramento. Und nach Weihnachten gibt’s ganz viele Wettbewerbe für die hässlichsten Pullover. Der US-Wolladen Knitpicks hat Kim Cameron, eine Gewinnerin von mehreren Ugly-Sweater-Awards, gebeten, eine Auswahl hässlicher Pullover zusammenzustellen. Die kann man sich sogar kostenlos herunterladen.

Ugly-Sweater_122014 Aber was ist eigentlich hässlich? Quietschbunte Pullover gefallen sicher nicht jedem, aber einigen schon. Auch plastische Rentiere oder bunte eingestrickte Bäume mit Bommeln als Früchte will nicht jedermann tragen. Aber sind sie deshalb hässlich? Eher doch kitschig oder vielleicht kindlich. Aber ist kitschig immer gleich hässlich?

Mütze mit Hebemaschen-Rand

Mütze mit Hebemaschen-Rand

Fest steht: Strickereien sollten ankommen bei dem, der sie tragen soll. Der eigene Geschmack ist sicher besser zu verwirklichen, aber schwierig wird’s bei anderen. Hab gerade eine Mütze fertig gemacht, dreifarbig mit einem einfachen Muster aus Hebemaschen. Fand sie hübsch. Die #Knitulatormütze hat aber dem, der sie tragen sollte, nicht gefallen. Weil er sich von der Mütze, die für ihn gemacht werden sollte, was anderes erwartet hatte. Vielleicht ist das die Crux zwischen “ugly – hässlich” und der Arbeit, die ja einer in die vermeintlich hässlichen Werke steckt: die Erwartungen und Vorstelleungen, wie so eine Mütze, ein Pullover oder eine Jacke aussehen und wirken soll. Was meint ihr? Und wollt ihr eine Anleitung zum Stricken von der Mütze oben haben?