Wollversand

Wolle in der Kiste: eine Online-Bestellung

Eigentlich ist es ein Frevel, Wolle online zu bestellen: Wolle muss angefasst werden, manchmal auch gerochen werden, damit die Qualität gefühlt werden kann. Außerdem ist erst in der Realität die Struktur eines Garnes richtig zu erkennen: Ist es gedreht, hat es Noppen, ist es ganz regelmäßig oder wird es zwischendrin mal dünner – das alles lässt sichauf Bildern nur schwer erkennen.

Ich kann’s trotzdem nicht lassen, online Wolle zu bestellen. So ein Paket auszupacken, ist ein bisschen wie Weihnachten, nur öfter. Online-Händler bieten meistens eine größere Auswahl an Garnen und Marken an als ein Laden, oft auch von Marken, die’s im Laden nur selten gibt. Ich kann außerdem einkaufen, wann ich will – am ruhigsten am Wochenende oder abends nach Feierabend. Und viele interessante Garne – vor allem speziell gefärbte oder die von kleinen Manufakturen – gibt’s nur online. Als Anbieter schätze ich Lanade oder Junghans. Junghans ist eher ein klassischer Versender, Lanade führt die Garne von Drops und die tollen gefärbten von Malabrigo. Demnächst werde ich mal englische und amerikanische Versender ausprobieren – die bieten noch mehr von Manufakturen.

Aber leider, leider: Online sehen Wolle und Garne immer anders aus als im Paket. Auspacken ist deshalb meistens ein aufregendes Überraschungsevent und die harte Konfrontation deiner Vorstellungen mit der Realität. Heute musste ich zum ersten Mal was zurückschicken (wenigstens war’s so sonnig, dass der Weg zur Post noch Spaß machte). Die beiden bestellten Farben passten wirklich nicht zu einander, obwohl sie von einem Hersteller und von einer Garnqualität waren. Schade, schade: Warum produzieren Hersteller eigentlich nicht gleich so, dass die Farbtöne eines Garnes auf jeden Fall zusammenpassen? Warum ist die Farbdarstellung von Monitoren eigentlich immer noch nicht standardisiert und so schlecht/aussagelos? Und warum liefern Hersteller ihren Händlern keine Wollkarten mit Farbmustern fürs Online-Geschäft?