Einmal nicht rund, sondern quer gestrickt: Das ist ein Super-Mützenformat, aus dem sich noch viel, viel mehr machen lässt und die viele Designideen anregt. Und noch eine gute Nachricht: Diese Mütze ist wirklich super-einfach zu arbeiten, also auch für Anfänger geeignet, die sich vielleicht noch nicht ganz trauen, mit vier Nadeln in Runden zu stricken.

Material und Maße der Strickmütze

Für diese Mütze wurde bayerische Schafwolle aus dem Werdenfelser Land, das sich rund um Garmisch Partenkirchen und Mittenwald erstreckt, verarbeitet: Knapp 100 Gramm sechsfädige, melierte Wolle in Braun und Beige (130 Meter) sowie einen passenden Rest kirschroter Wolle reichten aus. Beide Garne waren für Nadeln 5 empfohlen, ich habe die Mütze mit Nadeln der Größe 5,5 gearbeitet und nur für das angestrickte Bündchen ein Nadelspiel Nr 5 verwendet. Weitere Wollgarne findet ihr hier*.

Für ein Quadrat von 10×10 Zentimeter als Maschenprobe wurden 15 Maschen in der Breite und 30 Reihen in der Höhe benötigt, in allen Reihen wurden rechte Maschen gestrickt. Aber mit Knitulator, der Strick- und Häkelapp, könnt ihr die Maschen und Reihen für eure individuellen Maße aus jedem Garn ermitteln. Diese Mütze ist für Größe M gemacht, also einen Kopf, der um die Ohren und Stirn gemessen einen Durchmesser von 50 bis 55 Zentimeter hat. Falls ihr weitere Maße braucht – das Ribbelmonster hat alle Mützenmaße für Kinder, Frauen und Männer veröffentlicht.

So wird die Mütze gestrickt

Quer gestrickte Mütze von Knitulator

Durch Zunahmen am einen Ende der Reihe und Abnahmen am anderen entstehen eine Raute und die schrägen Streifen

Für die quer gestrickte Mütze wird ein Band von 22 Zentimetern (hier: 38 Maschen) Breite und 55 Zentimeter Länge benötigt (hier 120 Reihen). Wenn ihr kein Bündchen mehr anstricken wollt, dann addiert für Größe M Maschen für weitere vier Zentimeter für eine großzügige Beanie-Mütze.
Tipp: Lasst beim Anschlagen einen langen Faden hängen – damit könnt ihr dann am Ende den oberen Rand zusammenziehen und gleichzeitig den Faden verwahren.
Alle Reihen werden kraus rechts gestrickt, wenn ihr kein Bündchen mehr anstricken wollt, dann strickt auch die Randmaschen rechts und hebt sie in der folgenden Reihe wie zum Linksstricken ab: So entsteht der so genannte Knötchenrand. Wer ein Bündchen einplant, sollte vor den Randmaschen den Faden nach vorne legen, die Randmasche wie zum Linksstricken nur abheben und erst in der nächsten Reihe rechts stricken: Das ergibt einen schönen weichen Rand.
Jede zweite Reihe (Rückreihe) beginnt nach der Randmasche mit einem Umschlag, vor der Randmasche am Ende werden zwei Maschen rechts zusammengestrickt: So entsteht nach und nach die schräge Rautenform, durch die Streifen oder auch Muster sich schräg um den Kopf winden.
Für diese Bommelmütze wurden Streifen à 18 Reihen mit melierter Wolle und zwei Reihen Rot gestrickt. Nach den sechsten roten Reihen war das Mützenband fertig.
Tipp: Lasst den roten Faden beim Stricken mitlaufen, so erspart ihr euch das Fäden vernähen. Dazu etwa jede vierte Reihe die beiden Fäden verkreuzen und danach mit der melierten Wolle weiterstricken. Der rote Faden ist am Rand sichtbar, da aber am Schluss ein Rand zusammengezogen wird, ist später nichts mehr sichtbar. Die Strategie geht also nur auf, wenn ihr Streifen mit geraden Reihenzahlen plant.

Knitulators quer gestrickte Mütze

Das Mützenband wird an den schmalen Enden zusammen genäht

Mit dünner Wolle gearbeitet, könnt ihr die Maschen nach der letzten Reihe abketten und die beiden Schmalseiten anschließend zusammennähen. Das wäre auch bei dieser Wollstärke noch möglich gewesen. Verwendet ihr aber dickere Wolle und dickere Nadeln, näht ihr die Maschen der letzten Reihe im Maschenstich an die Anschlagsmaschen – so trägt die Naht nicht so stark auf. Katrin von Schoenstricken.de zeigt im Video, wie das geht.

Wenn ihr kein Bündchen eingeplant habt, dann seid ihr jetzt bald fertig: Nur noch an der oberen Kante einen Faden einziehen und den oberen Mützenrand fest zusammenziehen. Nach Lust und Laune noch einen Bommel draufsetzen – ich habe hier einen fertigen aus Kunstfell gewählt – und fertig ist das gute Stück.
Für das Bündchen mit einem Nadelspiel aus den unteren Randmaschen 88 Maschen mit roter Wolle aufnehmen und in der ersten Reihe rechts verschränkt abstricken, danach für das Bundmuster im Wechsel zwei Maschen rechts, zwei Maschen links stricken. Dabei wird die Maschenzahl auf 80 reduziert, wird also jede zehnte Masche mit der folgenden zusammengestrickt. Nach vier Zentimetern (11 Reihen) alle Maschen abketten. Fertig ist die weihnachtliche Mütze.

Variationen einer Mütze

Dieser Mützenschnitt kann wirklich gut variiert werden. Habe mir vorgenommen, das über Weihnachten noch zu probieren. Einige Ideen stelle ich euch noch kurz vor:

Im Schrägstrick sehen auch Rippen oder Zöpfe cool aus: Dafür im Wechsel zwei, vier oder sogar sechs Maschen rechts und links stricken und Maschen kreuzen.
Die Mütze wirkt natürlich auch in Glatt-Rechts-Strick wunderbar aus: Arbeitet ihr Muster ein, laufen die ebenfalls schräg um den Kopf rum.
Wenn ihr auf die Zu- und Abnahmen in den Rückreihen verzichtet, erhaltet ihr gerade Streifen aus Mustern oder Farben.

Knitulators quer gestrickte Mütze

Bommelvarianten: Auch ein Pompon aus Wolle steht der Mütze gut

Ihr könnt den Umschlag auch nach den ersten vier, sechs oder acht Maschen setzen: So erhaltet ihr – gerade wenn ihr immer rechte Maschen strickt – einen gerade gerippten Bund.
Als Bundersatz könntet ihr auch einen Zopf auf einer Seite einplanen.
Hier wurde ein Rippenbund angestrickt, ihr könntet auch einen gemusterten Bundstreifen in der Double-Face-Technik oder in glatt rechts (Hinreihe rechte Maschen, Rückreihe linke) arbeiten: Das hat den Vorteil, dass die Ohren richtig warm gehalten werden.

Und dann könnt ihr natürlich auch noch das Durchziehen variieren: Nehmt dafür eine dickere Kordel und zieht sie nicht am Rand, sondern ein paar Reihen darunter ein und bindet sie lose zu: So erhaltet ihr eine Mütze, aus der bei Bedarf ein Loop wird. Für diese Mützen-Variante solltet ihr aber auf dünneres und weiches Garn achten.

Kommen euch noch mehr Ideen? Dann schreibt eure Vorschläge in den Kommentar unten. DANKESCHÖN!

Lasst euch inspirieren: Eine Galerie mit mehr Ideen für quer gestrickte Mützen, findet ihr hier. Hier sehr ihr auch, wie durch die Zu- und Abnahmen Muster schräg verlaufen können. Und: Wollt ihr keinen extra Bund arbeiten, platziert die Zunahme nach den ersten Maschen einer Reihe – so erhaltet ihr einen gerade verlaufende Reihen oder Krausrippen.

Bei den mit * gekennzeichneten Links handelt es sich um einen Partnerlink: Wenn ihr darüber bestellt, zum Beispiel bei Amazon, bekommeich ein paar Cent Provision für meine Empfehlung. Am Preis ändert sich dadurch für euch nichts. Alle Garne, die ich hier verarbeite, habe ich zum regulären Preis gekauft.

 

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