Fuchs und Wolf sind los und wärmen als Schals in diesen kalten Wintertagen den Hals. Die Idee für die Tierschals habe ich aus dem Buch Faux Taxidermy Knits von Louise Walker. Sie beschreibt dort auf Englisch, wie sie Tierschale, Tiermützen, aber auch einen Tigerteppich oder Schmuck-Enten für die Küche strickt. Ich mag das Buch sehr, weil ich Louises Ideen originell und sehr ironisch finde. Sie bloggt und verkauft übrigens online ihre Anleitungen und die passende Wolle, und ihre Seite ist auf jeden Fall einen Besuch wert.

Die Tierschals von Louise haben mich zu zwei eigenen Schals inspiriert: einem kurzen Fuchsschal für Kinder, der doppelt gestrickt wird, sowie einem Wolfsschal, dessen Körper einfach gearbeitet wurde und der länger ist. Beide Schals haben als Hals und Hinterteil Schlaufen, die entweder die Hände bei der Schneeballschlacht wärmen oder durch die für einen besseren Sitz ein Ende des Schals gesteckt werden kann. Damit gehören die Tierchen in die Kategorie Steckschals, von denen ich hier schon mehrere zum Stricken und Häkeln vorgestellt habe.

Haltet euch nicht zu sklavisch an die Anleitung hier, beim Stricken könnt und solltet ihr improvisieren: Das Schöne ist ja, dass Gestrick dehnbar und formbar ist, Eigenschaften, die Fehler verzeiht und die ich bei den Köpfen und beim Fuchsschwanz durch Füllwatte verstärkt habe.

Material für die Tierschals

Der Fuchsschal ist insgesamt 1,30 Zentimeter lang und gut 16 Zentimeter breit. Bauch und Rücken sind in unterschiedlichen Mustern und auch Farbkombinationen gestrickt. Der Wolf wiederum misst 1,55 Meter, Kopf, Hals und Schwanz sind doppelt gestrickt, der Körper einfach. Das Zackenmuster entsteht durch verkürzte Reihen, die mit der schwarzen und grauen Wolle vom Kopf überstrickt werden. Der Schal ist 22 zentimeter breit

Für die Tierschals braucht ihr je etwa 500 Gramm Wolle – ich habe Garne für Nadelstärke 6 – 8 verwendet. Für den Fuchs zum Beispiel 400 Gramm Clou von Junghans-Wolle in Rostrot und Wollweiß (je 200 Gramm), dazu Wollreste in Dunkelbraun, außerdem ein Beilaufgarn (Stopfwolle) in Dunkelbraun sowie ein passendes Mohairgarn in Wollweiß, damit der Schwanz haariger wird. Für den Wolf habe ich 400 Gramm Puschelwolle von Lana Grossa namens Bombolo für Kopf, Beine und Schwanz in Schwarz und Grau verarbeitet sowie 100 Gramm melierte Hauswolle von Wolle Rödel in Mittelgrau, außerdem Wollreste in Grau und Weiß. Aber ihr könnt nach den unten angegebenen Maßen auch mit deutlich dünnerer Wolle arbeiten und die entsprechende Maschen- und Reihenzahl mit Knitulator, der Strick- und Häkelapp, berechnen (rechts geht’s zum Erklärungslink). Der doppelt gstrickte Fuchssschal ist sehr dick geworden – das ist nicht jedermanns Sache.

Die Maschenprobe, nach der ich vorgegangen bin: 12 Maschen und 24 Reihen glatt rechts gestrickt ergaben zehn Zentimeter im Quadrat. Für die Bombolo-Wolle habe ich dieselben Maschenzahlen genommen und nur geringfügig angepasst.

Neben der Wolle braucht ihr etwas Füllwatte, zwei gleiche Knöpfe und sicher auch Geduld ;)). Los geht’s:

Fuchs- und Wolfskopf stricken

Wolfsschal von Knitulator

Kopf in Grau und Schwarz und dazwischen helle Zacken: der Wolfsschal in Details

Für die Köpfe von Fuchs und Wolf werden jeweils ein Unter- und ein Oberteil gestrickt und später zusammengenäht, mit Watte gefüllt und bestickt. So bekommen sie ihre Kontur. Damit der Fuchs weiße Backen bekommt, ist das Unterteil um vier Maschen breiter als das Oberteil; für den Wolf habe ich das Unterteil in grauer Wolle und das Oberteil mit verschiedenen Grautönen und der gleichen Maschenzahl gestrickt.

• Maschen für 4 Zentimeter anschlagen – hier waren es 6 Maschen (beim Fuchsunterteil 10 Maschen, alle Zunahmen dann genauso wie beim Oberteil) und glatt  rechts stricken, also Hinreihe rechts und in der Rückreihe links.
• Auf acht Zentimetern (hier: 21 Reihen) beidseitig jeweils eine Masche zunehmen: in der 7. Reihe, in der 13. Reihe, in der 17. Reihe, 19 und 21. Reihe (16 M/20M oder 13 Zentimeter). Die Zunahmen so legen, dass anfangs mehr Reihen dazwischen liegen als am Schluss.
• Zuerst am Ende der 23., dann am Ende der 24. jeweils drei M. dazu anschlagen (26 M oder 21 Zentimeter )
• Am Ende der 25. und 26. R nochmals je 5 Maschen dazu anschlagen (36 M oder 30 Zentimeter)
• In der 31. Reihe beidseitig nochmals eine Masche zunehmen, in der 35. ebenfalls (42 Maschen – 33 Zentimeter)
• Nach etwa 20 Zentimetern Höhe (47 R) in jeder 2. Reihe 5 Mal eine Masche auf beiden Seiten abnehmen (32 M – 28 Zentimeter).
• Danach in der nächsten Hinreihe an beiden Seiten noch je drei Maschen abketten. Auf der Nadel sind nun 24 Maschen (20 Zentimeter ) mit denen der Hals und Körper gearbeitet wird. Das Unterteil ist vier Maschen breiter.

• Der Wolfskopf wurde genauso gestrickt, allerdings wechselt am Oberkopf schwarze, gekäuselter Wolle mit grauer. glatter Wolle reihenweise und teils auch maschenweise ab. Ich habe versucht hier V-Förmig ein Gesichzt vorzubereiten.

Körper arbeiten

Fuchsschal von Knitulator

Aus zwei Teilen gestrickt wird der Fuchsschal

• Für den Fuchs die Maschenzahl des schmaleren Oberteils durch eine Zunahme auf die des Unterteils bringen: hier wurden vier Maschen in der nächsten Reihe aufgestrickt.
• Danach rund 87 Zentimeter (hier: 210 Reihen) gradeaus stricken und dabei nach Gusto die Farben wechseln. Für mehr Fell-Animation lief beim Oberteil ein Beilauffaden mit. Das Oberteil ist im Halbbatent gestrickt: Hinreihe im Wechsel 1 Masche rechts, eine Masche links, Rückreihe alle Maschen links stricken. Der Bauch ist kraus rechts gestrickt, also Hin- und Rückreihen immer rechte Maschen arbeiten. Hier habe ich die weiße und rote Wolle in Streifen kombiniert, teilweise lief ebenfalls der dünne Beilauffaden mit.
• Erst jetzt werden die beiden gestrickten Schalteile zusammengebracht: Dafür alle Maschen (28 vom Ober-, 28 vom Unterteil) auf ein Nadelspiel nehmen und in Runden mit weißer Wolle weiterstricken. Mein Schwanz ist ein bisschen kurz geraten, daher etwa mindestens 20 Zentimeter in Runden stricken, danach mit den Abnahmen beginnen, und zwar in jeder zweiten Reihe, die beiden Mittelsmaschen zusammenstricken und die letzten acht Maschen zusammenziehen. Duch Mohairwolle als beilauffaden wurde der Schwanz allerdings kuscheliger und weicher.

Fuchsschal von Knitulator

Oben rot, unten weiß-rot: Der Fuchsschal hat am Rücken und Bauch andere Muster

• Für den Wolfshals nach dem Kopf zehn Zentimeter kraus rechts (in allen Reihen rechte Maschen) gradeaus stricken, dabei in der ersten Reihe nochmals vier Maschen abnehmen (20 Maschen).
• Danach die Maschen von Unter- und Oberkopf auf einer Nadel zusammenführen und zwar so, dass im Wechsel eine Masche von jedem Teil abgestrickt wird: Auf der Nadel liegen jetzt 40 Maschen und es geht in Reihen weiter.
• Eine Masche zunehmen, so dass die Maschenzahl teilbar durch drei wird plus zwei Randmaschen.
• Der helle Körper entsteht in der melierten Hauswolle im Perlmuster (Hinreihe: 1 M rechts , 1 Masche links, Rückreihe 1 M links 1 Masche rechts) und in verkürzten Reihen: Dabei bleiben an einer Seite jeweils die letzten Maschen ungestrickt stehen und wird die Arbeit vorher gewendet. Die Rückreihe beginnt danach jeweils mit einem Umschlag, der sehr fest angezogen wird. Hier wurden zunächst vier Maschen und danach in zwölf weiteren Schritten jeweils drei weitere Maschen stehen gelassen. Stehen nur noch vier Maschen da, wird wieder über die gesamte Reihe gearbeitet, die festgezogenen Umschläge werden mit der folgenden Masche zusammengestrickt: So entstehen keine Löcher.
• Jetzt mit der schwarzen oder grauen Wolle zwei, drei Reihen kraus rechts drüberstricken und danach nach demselben Schema die Reihen verkürzen, allerdings auf der anderen Seite. Achtet darauf, dass die Streifenwolle an der Seite endet, auf der ihr die Reihen verkürzt strickt: So müsst ihr keinen Faden abschneiden und verwahren.
• Nach 95 Zentimeter die Zacke beenden und mit der dunklen Wolle den Schwanz arbeiten.
• Dafür die 41 Maschen abwechselnd auf zwei Nadeln verteilen und getrennt jeweils zehn Zentimeter stricken.
• Jetzt die Maschen wieder abwechselnd auf eine Nadel nehmen, eine Reihe rechts stricken, und erneut teilen – die geraden Maschen auf eine, die ungeraden Maschen auf die andere Nadel und beide Nadeln mit einem Nadelspiel abstricken. Etwa zehn Reihen ohne Abnahmen stricken, dann in jeder zweiten Reihe die Mittelsmaschen zusammenstricken und die letzten acht Maschen mit dem Faden zusammenziehen.

Ohren und Läufe für die Tierschals stricken

• Für die Vorder- und Hinterläufe Rechtecke stricken und an den langen Seitenkanten zusammennähen: Beim Fuchs sind die Vorderläufe neun Zentimeter (10 Maschen) breit und 30 Zentimeter (55 Reihen) lang, die Hinterläufe indes 12 Zentimeter (16 Maschen) breit und 25 zentimeter (40 R) lang. Für die weißen Pfoten wurden die ersten Reihen kraus rechts gestrickt.

• Beim Wolf sind die Vorderläufe sechs Zentimeter (10 Maschen) und 34 Zentimeter (40 Reihen) lang, die Hinterläufe acht Zentimeter (14 Maschen) und 22 Zentimeter (25 R) lang.

• Bei Bedarf könnt ihr auch die Pfoten mit Füllwatte modellieren.

• Vorderläufe und Hinterläufe an den Schlaufen platzieren und so annähen, dass sie in etwa mit Schnauze und Schwanz abschließen.

• Für die Ohren werden jeweils zwei Dreiecke gestrickt: Für Fuchsohren vier Zentimeter (11) Maschen in Rot anschlagen, fünf Reihen glatt rechts stricken, danach beidseitig in jeder Reihe eine M abnehmen und die letzte Masche durchziehen,  das weiße Dreieck genauso, aber mit zwei Maschen weniger stricken. Die Wolfsohren sind größer: Hier wurden für sechs Zentimeter 15 Maschen und 13 Maschen angeschlagen, die Ohren aber genauso gearbeitet wie beim Fuchs.
Beide teile zusammen- und an den Kopf nähen.

Tierschals von Knitulator

Zaungäste: Fuchs und Wolf als Schal

Nähen, Füllen, Besticken

• Kopfteile mit einer stumpfen Nadel zusammennähen oder -häkeln, ein wenig Füllwatte dazwischen glatt verteilen und den Kopf am Nacken mit festen Stichen verschließen.
• Beim Wolf ist jetzt die auch die zweite Schlaufe am Hals fertig und geschlossen.
• Beim Fuchs die Seitenkanten von Ober- und Unterteil schließen, dabei etwa zehn Zentimeter nach dem Kopf und vor dem Schwanz für die Schlaufen offen lassen.
• Den Fuchsschwanz ebenfalls mit ein wenig Füllwatte füllen, durch die Maschen am oberen Ende einen Faden fädeln, sehr fest zusammenziehen, verknoten und die Enden verwahren. Damit ist auch die zweite Schlaufe geschlossen und kann keine Füllwatte austreten.
• Mit der stumpfen Nadel das Gesicht sticken – ich habe dabei mit einem einfachen Vorstich gearbeitet, dabei beim Ein- und Ausstechen darauf geachtet, wo die Nadel herauskommt und das bei Bedarf korrigigiert: Die Schnauze des Fuches entsteht durch ein Dreieck zur Kopfmitte hin, beim Wolf habe ich die Schnauze mit einer gerade Linie abgeteilt und das Gesicht mit einer Raute über die Nase modelliert.
• Knöpfe als Augen annähen. Achtung: Auf jeden Fall die Augenplatzierung aus Entfernung prüfen, das Risiko ist sonst groß, dass die Tierchen schielen ;).

Viel Spaß mit den Tierchen und beim Stricken!

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