Zuerst war es nur eine Häkelschrift für ein Tuch, die ich online fand und ausprobieren wollte. Aber dann begegnete mir das Tuch ständig im Netz und bekam einen Namen: Virustuch. Unter diesem Namen findet es jeder bei Woolpedia. Dort konnte ich auch die folgende Häkelschrift kopieren und dort steht auch eine ausführliche Anleitung per Video für Rechts- und Linkshänder.

“Das Tuch heißt Virustuch, weil das Muster süchtig macht”, las ich bei Facebook. Die Neugierde war geweckt. Hier ist nun mein Werk. Süchtig bin ich dabei zwar nicht geworden – aber das Tuch zu häkeln, hat zwei Autofahrten von rund vier Stunden wunderbar verkürzt und viel Spaß gemacht. Es ist eine schöne Arbeit für ein Wochenende oder auch für die Ferien im Liegestuhl. Das Muster ähnelt demjenigen, das ich schon für den knallblauen Kurzschal mit Granny Square verwendet habe. Es wirkt ebenfals durch den Wechsel aus größeren und kleineren Luftmaschenbrücken und Stäbchenbögen, die sich aufspreizen und ist so angelegt, dass es an den seitlichen Kanten links und rechts nach jedem Mustersatz um einen weiteren Rapport wächst. Hört sich komplizierter an, als es ist, aber wenn ihr euch in die Logik des Virus-Musters eingehäkelt habt, könnt ihr das Tuch beliebig vergrößern.

Ich habe es nicht mit dem Garn von Woolpedia gehäkelt, sondern mit einer Häkelnadel Nr 3,5 und einem wunderbar weichen Baumwollgarn Bio-Cotton von Austermann. Das gibts auch in einfarbig. Die Farbmelange namens Magnolia erinnerte mich weniger an Blüten, sondern an Nuss-, Erdbeer- oder Himbeereis. 100 Gramm oder eine Lauflänge von insgesamt 360 Metern reichen für ein Tuch, das an der Längskante 104 Zentimeter und bis zur Spitze knapp 50 Zentimeter misst: Damit gibt es ein hübsches Halstuch ab, wenn ihr es an Sommerabenden als Stola tragen wollt, solltet ihr mindestens noch zwei weitere Knäule verhäkeln.

Das Virus-Muster häkeln

Es beginnt, wie ihr unten seht, mit einer Kette aus Luftmaschen, die mit einer Kettmasche zum Ring geschlossen wird. Wie im Foto oben zu erkennen, habe ich mit einem Fadenring gestartet: Funktioniert auch, aber dann fehlt das erste Loch und das Tuch dehnt sich in der Mitte nicht so stark. Beim Lesen der Häkelschrift unten sind die Reihenzahlen markiert, aber ihr erkennt das auch an den drei Punkten für die drei Lutmaschen, die in jeder Reihe das erste Stäbchen ersetzen.

In den Luftmaschenring häkelt ihr zuerst die drei Luftmaschen plus 19 Stäbchen. Stecht nicht in die Luftmaschen ein, sondern holt den Daden um die Luftmaschen herum. Der Bogen, der so entsteht, wird in der nächsten Reihe nochmals gehäkelt und danach mit Luftmaschen zwischen den Stäbchen vergrößert. Das ist am Anfang eine wackelige Sache, aber nach und nach ziehen sich die Bögen von selbst in die Breite.

Danach beginnt in der vierten Reihe der Wechsel aus den Luftmaschen-Brücken und Stäbchenbögen, der nach jedem Mustersatz rechts und links um einen weiteren ergänzt wird. So wächst das Tuch zur Seite hin, aber auch in der Höhe.Wenn ihr eher locker häkelt, häkelt für die Löcher nur fünf bis sechs Luftmaschen und für die kleineren Brücken nur drei Maschen, so habe ich es nach ersten Mustersatz gemacht – das Tuch wird dadurch kompakter.

Irgendwann will ich mich nochmal mit der Muster-Logik beschäftigen: Was ich an dem Muster nicht ganz gelungen finde, sind die beiden mittleren Löcher oder Bögen nebeneinander – schöner wäre doch die Symmetrie mit nur einem Loch: Was meint ihr dazu?

Ich wünsche euch viel Spaß beim Häkeln – und ihr könnt eure Werke der Knitulator-Community bei Facebook zeigen und dort posten.

Häkelschrift Virus-Tuch

Die Häkelschrift von Woolpedia zeigt die ersten 11 Reihen des Musters. Danach erkennt ihr die Logik.

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