Alles in einem: Knitulators Ponche, Schal, Tuch, Stola, Jacke

Alles in einem: Das Stricktuch Azurro kann als Poncho, Schal, Tuch, Stola getragen werden

Diese Arbeit hat sich wirklich gelohnt: Von meinem knallblauen Schal-Jacke-Poncho möchte ich mich gar nicht mehr trennen. Morgens auf dem Rad wärmt mich das vielseitige Teil als Poncho, abends trag ichs öfters als Jacken- oder Boleroersatz oder Tuch, und im Winter werde ich es als Schal umlegen. Als Seelenwärmer oder Pullunderersatz könnte das Ding auch noch zum Einsatz kommen.

Das Ding ist eigentlich ein 62 Zentimeter breites und rund 156 Zentimeter langes Tuch, rundherum in kraus rechts gestrickt, dazwischen Lochmusterzacken und Rauten. Ich habe es Azurro genannt – weil es in Sizilien entstand und natürlich wegen der Farbe. Die Vielseitigkeit beim Tragen entsteht durch die zwölf Druckknöpfe, die sich an den Längskanten unten und oben verteilen. So kann der breite Schal auf unterschiedliche Arten geknöpft und immer wieder neu getragen werden. Das Prinzip habe ich bei Muji, dem japanischen Mode- und Möbelhaus kennen gelernt, die hatten mal ein ähnliches Kleidungsstück im Programm.

Das wandelbare Stück kann natürlich auch in Verlaufsgarnen, anderen Garnqualitäten oder mit anderen Mustern gearbeitet werden. Eurer Fantasie ist daher auch beim Stricken keine Grenze gesetzt. Fangen wir also an.

Material für den Schal-Jacke-Poncho

Die knallblaue Merinowolle ist von  Austermann, es gibt sie in 40 Farben, außerdem mit diversen Farbverläufen. Ich habe mit Nadeln Nummer 5 gestrickt und mit 18 Maschen und 28 Reihen in glatt rechts eine Maschenprobe von 10×10 Zentimetern geschafft. Mit 400 Gramm habe ich 28 Mustersätze geschafft. Zum Ende des letzten Knäuels hin solltet ihr nach jedem kompletten Rapport darauf achten, dass ihr noch ausreichend Faden für die letzten sechs Reihen habt. Bleibt das Muster unvollendet an der Kante, sieht das nicht so gut aus.

Knitulators Lochmuster für ein vielseitiges Stricktuch

Zackig: Das Muster entsteht durch Umschläge und Abnahmen

Als Alternative für den Sommer bieten sich Baumwollgarn oder schimmernde Seide, für Herbst und Frühjahr auch Alpaka und andere Wollgarne an. Mit Knitulator, der Häkel- und Strickapp, könnt ihr die angegebenen Maße schnell auf eure Maschenpobe umrechnen.

Die Druckknöpfe habe ich lange gesucht und schließlich bei Orag in München gefunden, das ist ein wunderbar altmodischer Laden für Knöpfe und Schneiderbedarf, der auch Bestellungen annimmt. Nähfreie Drücker, die mit Lochzangen angebracht werden, eignen sich nicht für dieses Gestrick. Falls ihr keine Druckknöpfe findet, solltet ihr im Abstand von sieben bisacht Zentimetern Knopflöcher am unteren rechten Rand und oberen linken Rand einstricken und auf der anderen Seite Knöpfe annähen.

Lochmuster-Zacken stricken

Das Muster ist sehr grafisch und verläuft über 21 Maschen. Nach ein paar Runden habt ihr es schnell raus, wo Umschläge gesetzt und wo Maschen zusammengestrickt werden. Die Rückreihen sind in der Strickschrift rechts nicht eingezeichnet, sie werden bis auf die ersten und letzten Maschen immer links gestrickt. Das Muster entsteht durch Umschläge und Abnahmen. Damit letztere Richtung kriegen, werden zwei Maschen entweder rechts oder rechts verschränkt zusammengestrickt, dabei stecht ihr die Nadel vorne oder hinten ein.

Lasst uns anfangen.

Poncho, Tuch, Schal, Jacke – Knitulators Azurro ist alles in Einem

Die Strickschrift für das Tuch Azurro von Knitulator

121 Maschen anschlagen und sechs Reihen kraus rechts, also Hin- und Rückreihen rechte Maschen, stricken.
Danach die Maschen einteilen: Randmasche, sieben Maschen rechts, 105 Maschen oder 5 Musterrapports stricken, sieben Maschen rechts, Randmasche. In der Rückreihe werden an beiden Seiten jeweils sechs Maschen kraus rechts gestrickt, an beiden Seiten bleibt so eine Masche übrig, die wie dasMuster glatt rechts, also in den Rückreihen immer links gearbeitet wird.
• Tipp: Damit ihr eine schöne gleichmäßige Kante bekommt, wählt den Knötchenrand. Der geht so: Die letzte Masche einer Reihe wird rechts gestrickt, nach dem Wenden die Masche mit umgelegtem Faden wie zum Linksstricken auf die freie Nadel heben und wie gewohnt weiterstricken.
In dieser Aufteilung das Muster weiterstricken, bis das Garn beinahe verbraucht wird. Das Tuch endet mit der 15. Musterreihe, danach folgen sechs Reichen rechte Maschen, danach kettet ihr das Tuch locker ab.
Fäden vernähen, das Tuch anfeuchten oder waschen und in Form ziehen.

Knöpfe an das Jacken-Poncho-Tuch nähen

Die Druckknöpfe auseinander nehmen.

Knitulators vielseitiges Tuch Azurro

An den Längskanten oben und unten werden die 12 Druckknöpfe platziert, und zwar so, dass die Kanten übereinander liegen

Wenn das Tuch mit der rechten Seite nach oben liegt, werden jeweils sechs Knopfseiten mit dem Stempel rechts unten und links oben im gleichmäßigen Abstand auf den Langskanten platziert.
Die Lochseiten der Knöpfe werden auf der links gestrickten Seite angebracht, und zwar ebenfalls sechs Knöpfe links oben und sechs rechts unten an beiden Längskanten.
Hier wurde ein Abstand von sieben Zentimetern gewählt
• Tipp: Merino 105, das hier verarbeitete Garn von Austermann, ist eine sechsfädige Wolle. Für die Knöpfe habe ich das übrig gebliebene Garn geteilt und mit jeweils zwei Garnfäden die Knöpfe angenäht. So fallen die Stiche auf dem Tuch nicht auf.

So und nun könnt ihr variieren und euer Tuch tragen, wie ihr wollt. Hier eine kleine Bildergalerie über die Möglichkeiten, und ich bin euch wirklich dankbar, wenn ihr mir die Tragemöglichkeiten nennt,  die ich beim Fotografienen vergessen habe.

 

12 Druckknöpfe machen das Tuch Azurro zum Vielseitigkeits-Weltmeister. Die Galerie zeigt euch verschiedene Tragemöglichkeiten:

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