Knitulators Hebemaschen

Aus Hebemaschen entstehen tolle Farbmuster

Mehrfarbige Muster einstricken macht Spaß, benötigt aber meist Geduld und Zeit. Mit Hebemaschen entstehen schöne, grafische Muster: unkompliziert, effektvoll. Sie ergeben sich dadurch, dass in Reihen Maschen ungestrickt abgehoben werden – manchmal über mehrere Reihen. Das plastische Muster wird noch sehenswerter, wenn dabei reihenweise die Farben wechseln. Die Hebemaschen setzen sich von den eigentlichen Streifen als v-förmige Linien ab. Das lässt sich natürlich noch weiter variieren – beim Googlen stieß ich auf viele Muster, die diesen Effekt für Karos und andere grafische Formen nutzen – vor allem beim Sockenstricken. Von Hebemaschen, das steht jedenfalls fest, werdet ihr hier sicher noch mehr lesen.

Das Muster für den Kinderponcho basiert lediglich auf rechten Maschen, ist also ganz einfach zu nadeln. Es ergibt sich erstens durch den Farbwechsel alle zwei Reihen, außerdem wird jede vierte Masche abgehoben, und alle zwei Reihen werden diese Hebemaschen versetzt. So entstehen hier die schmalen Linien und Streifen.  Das Muster wirkt toll aus mit harten Kontrasten, etwa Schwarz oder Blau mit Weiß,  oder sorgt – wie hier – für schöne Farbübergänge in einer Farbfamilie: Mit dem Hellblau habe ich dunkelblaues, violettes und rosafarbenes Garn verstrickt, die Mischung aus einem weichen, glatten, flauschigen Alpaka-Garn (Air von Drops) und einem rauhen, unregelmäßigen Tweedgarn (Lana Grossa) sorgt für zusätzliche Effekte. Genug genug erklärt, jetzt gehts los.

 

Das Muster für den Poncho stricken

So einfach wie das Muster ist auch der Schnitt des Ponchos: Ich habe hier schon einen Umhang aus zwei Teilen vorgestellt. Für diesen wird nur ein langes Rechteck gearbeitet, zur Hälfte gelegt und von außen an einer Kante teilweise zugenäht. So entsteht der Halsausschnitt. Der Poncho kann so getragen werden, dass vorne eine Spitze herunterhängt oder – wenn die Naht nach vorne gedreht wird – mit gerader Kante. Fransen betonen am Poncho Farbübergänge.

Der Poncho misst 49 Zentimeter in der Breite und knapp 110  Zentimeter in der Länge. So passt er Kindern ab Größe 114, 120 – für größere Kinder sollte vor allem das Rechteck breiter gearbeitet werden, für Erwachsene muss zusätzlich noch verlängert werden. Maße von 50 auf 160 Zentimeter passen kleineren Größen,  ab 40 könnt ihr die Maße des Multifunktionstuchs übernehmen, das ich im Herbst vorstellte und das ebenso variabel wie dieser Poncho getragen werden kann.

Für den Kinderponcho habe ich 150 Gramm hellblaues Garn sowie je 50 Gramm vom blauen, lila- und rosafarbenen verbraucht: Davon blieb noch genügend Garn für eine Baskenmütze übrig. Die Maschenproben der beiden Garnsorten glichen sich, das sollte auch so sein: Mit Nadeln 6 gestrickt ergaben 16 Maschen und 30 Reihen in kraus rechts ein Quadrat von 10 x 10 Zentimetern. Mit Knitulator, der Strick- und Häkelapp, könnt ihr für jede Garnstärke mit einer Maschenprobe ausrechnen, wieviele Maschen und Reihen ihr braucht.

Für das Muster sollte die Zahl der angeschlagenen Maschen durch vier teilbar sein, dazu zählt ihr 3 weitere Maschen und 2 Randmaschen dazu. 48 Zentimeter waren bei mir 77 Maschen, aber für den geforderten Teiler habe ich die Zahl auf 81 erhöht (76 + 3 + 2). Hellblau ist die Grundfarbe, die anderen drei werden blockweise als Zusatzfarbe verarbeitet, und so geht das Muster:
Reihe 1 in Zusatzfarbe: Nach der Randmasche (RM) 1 Masche rechts stricken, die 2. Masche rechts abheben, der Faden liegt hinten, drei Maschen rechts, 1 Masche mit Faden hinten rechts abheben und so weiter arbeiten. Die Reihe endet mit einer Hebemasche, einer Rechts- und der Randmasche.
Reihe 2 in Zusatzfarbe: Nach der RM 1 Masche rechts stricken, die Hebemasche der Vorreihe wie zum Linksstricken mit Faden vorne abheben, drei Maschen rechts, wieder eine Hebemasche und so fort. Auch diese Reihe endet mit einer Hebe-, Rechts- und Randmasche.
Reihe 3 in Grundfarbe: Die Hebemaschen werden jeweils um zwei Maschen versetzt. Nach der RM also drei M., rechts stricken, dann die Hebemasche mit Faden hinten, die Reihe endet mit drei Maschen rechts und der RM
Reihe 4 in Grundfarbe: Nach der RM drei Maschen rechts, dann die Hebemasche mit Faden vorn wie beim Linksstricken und so fort bis zum Ende.
Reihe 1 bis 4 werden stets wiederholt
Ist doch einfach oder? In jeder ungeradeen Reihe liegt der Faden beim Abheben hinten, in den geradeen indes vorne wie beim Linksstricken und alle zwei Reihen wechselt ihr den Faden: Den Faden nicht abschneiden, sondern hängen lassen und oben weiterstricken – so entsteht eine schöne Kante.

Den Poncho ausarbeiten

Knitulators Poncho mit Fransen stricken

Auffallen mit Fransen: Die betonen nicht dn Rand, sondern die Farbflächen

Für 48 Zentimeter Maschen anschlagen, Zahl muss durch vier teilbar plus drei Maschen und zwei RM – hier waren das 81 Maschen
Für die hellblaue Kante 4 Reihen kraus rechts stricken
In der fünften Reihe das Hebemaschen-Muster mit blauem Tweedgarn beginnen und alle zwei Reihen zu Hellblau zurückwechseln. Für den ersten Block wurden  31 Zentimeter oder 56 Farbwechsel und 112 Reihen gestrickt.
Es folgen wieder vier Reihen kraus rechts in Hellblau
Jetzt beginnt das Hebemaschenmuster in violett. Davon habe ich 15 Zentimeter oder 28 Farbwechsel und 56 Reihen gestrickt.
Für die hellblaue Schulter oder den Mittelstreifen folgen nun 9 Zentimeter oder 28 Reihen kraus rechts. Schon mehr als die Hälfte ist jetzt geschafft.
Weiter geht’s mit den restlichen 28 Farbwechseln oder 56 Reihen violett/hellblau
Wieder folgt eine Pause mit vier Kraus-Rechts-Reihen in Hellblau, bevor
der letzte Farbblock mit Rosa gearbeitet wird: 31 Zentimeter, 56 Farbwechsel oder 112 Reihen.
Vier Reihen kraus rechts in Hellblau beenden das gute Stück, Maschen locker abketten.

Knitulators Poncho mit Hebemaschen

Auch von hinten eine Schau: Hebemaschenmuster

Fäden verwahren, das Rechteck anfeuchten, in Form ziehen und trocknen lassen. Die beiden schmalen Seiten des Rechtecks übereinander legen und die lange Seite des Ponchos auf der Seite, an der die Farben gewechselt wurden, zur Mitte hin zusammennähen. Für Kopf und Hals 15 Zentimeter offen lassen.
Zum Schluss über dem dunkelblauen und rosafarbenen Block Fransen ins Krausgestrick einknüpfen: Damit die Fransen gleich lang werden: eine Pappe oder ein Holzbrett (ich nehm meistens eins aus der Küche) mit Wolle umwickeln und an einer Seite aufschneiden. Ich habe jeweils drei Fäden zur Hälfte gelegt und als eine Franse eingeknüpft – hauptsächlich hellblaue, aber für einige Fransen die anderen Farben untergemischt.

Wie schon beschrieben, zum Schluss war noch Wolle übrig – genug für eine Baskenmütze oder ein Barett, das Bündchen wird wieder mit Hebemaschen gearbeitet. Die Mütze ist eher eine für Erwachsene – ich hatte falsche Kopfmaße. Daher beschreibe ich unten nur, wie ihr eine Baskenmütze gemacht wird, die Maschen berechnet ihr selbst.

Eine Baskenmütze oder Barett stricken

Messt den Umfang vom Kinderkopf ab – am besten über den Ohren. Der Umfang bestimmt das Bündchen und auch die Größe des Mützentellers. Ihr solltet mindestens ein Drittel dazuzählen, Baskenmützen liegen ja nicht eng an, sondern erhalten ihre Form durch einen flachen, runden Teil und  einem engen Bündchen.

Knitulators Baskenmütze stricken

Die passt zu Poncho: Die Baskenmütze hat einen Bund im Hebemaschenmuster

Mit Knitulator die Maschenzahl fürs Bündchen berechnen. Diese Zahl plus ein Drittel merken/aufschreiben
Für die Baskenmütze drei Maschen auf einer Nadel eines Nadelspiels anschlagen und fünf Zentimeter zur Kordel stricken: Dafür strickt ihr nicht wie gewohnt in Hin- und Rückreihen, sondern nachdem ihr die drei Maschen abgestrickt habt, zieht ihr den Faden stramm zurück zur ersten Masche und strickt die Maschen erneut ab. Ihr strickt also immer von einer Seite und solltet darauf achten, dass der Faden tatsächlich stramm gezogen wird.
Nach vier, fünf Zentimetern strickt ihr aus jeder Masche zwei heraus und verteilt die Maschen auf drei Nadeln: 6 Maschen, die markiert ihr mit einem Wollfaden oder einem Markierer
Die nächste Reihe verdoppelt ihr die Maschen nochmals: 12 Maschen
In der dritten Reihe wird – angefangen mit der ersten Masche – jede dritte Masche verdoppelt
In der 4. Reihe jede vierte und so fort. Die Zunahmen finden immer an den gleichen sechs Maschen statt, so entstehen sternförmige Linien.
Ihr nehmt so lange zu bis ihr die Maschenzahl vom Bündchen plus ein Drittel zusammen habt.
Jetzt strickt ihr drei Zentimeter ohne Zunahmen
Danach nehmt ihr in einer oder zwei Reihen so viele Maschen ab, dass ihr die Bündchenmaschen-Zahl erreicht: Diese Zahl sollte wieder durch 4 plus drei teilbar sein. Weil Mützen in Runden entstehen, brauchen wir dieses Mal keine Randmaschen. Wenn ein Poncho reichlich sitzen sollte, kann die die Mütze eng anliegen. Ergibt eure errechnete Maschenzahl fürs Bündchen keine Zahl, die durch vier teilbar plus 3 Maschen ist, dann nehmt lieber weniger, nehmt also mehr Maschn ab.
Für das Bündchen arbeitet ihr die folgenden 12 Reihen wieder im Hebemaschen-Muster. Das beginnt mit zwei Reihen Rosa. Allerdings: Beim Rundstricken erscheinen alle Maschen rechts, fürs Muster braucht ihr aber kraus rechts: das entsteht rund gestrickt durch den Wechsel von Links- und Rechtsreihen. Legt mit eine Reihe links los, dann folgt die rechtsreihe. Der Faden liegt bei den Hebemaschen in der linken Reihe hinten und in den rechten vorne.
Das Bündchen endet mit zwei Reihen hellblau, locker abketten. Fäden verwahren ….

…. und rauf auf den Kopf. Das Wetter ist schon danach.

Wenn ihr schnell loslegt, dürfte der poncho noch bis Weihnachten fertig werden.