Als Voll- oder langer Rauschebart, mit Wikingerhörnern, Ritterhelmen und anderem Schmuck: Bartmützen sind witzig und durchaus nützlich. Beim Skifahren oder Wandern durch den Schnee wärmen sie die Mundpartie; und an Fasching oder Karneval machen sie aus dir und mir einen Räuber Hotzenplotz oder aus Kleinkindern Sandmännchen. Ich stieß zuerst bei Pinterest auf Bartmützen, mein Neffe zeigte mir dann Beardo, wo es diverse unterschiedliche Bartformen mit Mütze gibt, und wünschte sich eine zu Weihnachten. Und deshalb gibt’s jetzt zum Schlussspurt von Karneval, Fastnacht und Fasching von Knitulator eine Anleitung für Bartmützen. Ich wette mit euch: Das Häkeln macht so Spaß, dass ihr so wie ich gleich mehr Mützen macht und zu Bartkreateuren werdet.

Beanie + Bart = Maskerade und Kälteschutz

Knitulators Bartmütze häkeln

Eine Beanimütze wird mit Bart zum Anknöpfen Hingucker oder Lacher des Tages

Vorsichtshalber oder weil die Wolle und auch meine Arbeit nicht umsonst sein sollte, wenn’s nicht gefällt, habe ich die Beaniemütze getrennt vom Bart gehäkelt. Dieser wird innen eingeknöpft, so kann die Mütze auch ohne Bart getragen und durch Versetzen der Knöpfe die Bart-Passform eingestellt werden. So könnt ihr außerdem mehr Bärte für eine Mütze basteln.

Material: Ihr braucht ungefähr 50 Gramm Garn für die Mütze, gerne auch in verschiedenen Farben, dazu einen Garnrest in Schwarz, Grau. Orange oder Braun und Beige für den Bart. Die Mütze habe ich mit einer Häkelnadel Stärke 4 und dem Merinogarn von Lang Yarns gearbeitet, den Bart mit einer passenden Garnmischung aus Polyamid und Wolle. Aus beiden Garne ergaben 16 Maschen und 15 Reihen eine Maschenprobe von 10×10 Zentimeter.

Achtet darauf, dass das Garn für den Bart nicht zu stark haart, weich ist und nicht ausleiert. Stärkere Baumwolle wäre eine Alternative, aber die könnte sich auf Dauer dehnen.

Natürlich könnt ihr für beide Teile unterschiedliche Garnstärken wählen, solltet dann aber mit den jeweils passenden Nadeln arbeiten und bei Bedarf mit Knitulator, der Strick- und Häkelapp, ausrechnen, wieviele Maschen ihr braucht für die Maße des Bartes oder der Mütze. Und klaro – Häkelbärte können natürlich auch mit Strickmützen kombiniert werden, hier findet ihr eine Auswahl von Anleitungen.

So entsteht die Mütze

Die Mütze ist 24 Zentimeter lang, die untere Kante misst 52 Zentimeter. Das entspricht einer Größe M, die Jugendlichen bestimmt, aber auch Frauen passt. Braucht ihr einen größeren Umfang, häkelt zwei, drei Zunahmereihen mehr und längt auch unten die Mütze nach Bedarf.

Die Mütze wird in halben Stäbchen gearbeitet, die Linien in der Mitte entstehen, wenn beim Häkeln der Faden aus den hinteren Maschengliedern geholt wird. Streifen oder Muster können nach Geschmack eingehäkelt werden.

• Die Mütze wird in Runden gehäkelt, dafür in einen Fadenring mit dem blauen Garn acht halbe Stäbchen arbeiten. Die Runden beginnen ohne Luftmaschen, werden aber jeweils mit einer Kettmasche geschlossen.
• In der nächsten Reihe die Maschenzahl verdoppeln (16 M)
• 3. R: Jede zweite M. verdoppeln (24 M)
• 4. R: Jede dritte M. verdoppeln (32 M)
• Auf diese Weise  noch weitere sechs  Mal zunehmen (80 M)
• 15 Reihen ohne Zunahmen arbeiten.
• In der 21. Reihe vier Maschen zunehmen (84 M)
• Die 50. Reihe in Schwarz arbeiten
• Die 61. Reihe ebenfalls in Schwarz, allerdings feste Maschen und gegen die gewohnte Häkelrichtung arbeiten. Mit der Kettmasche die Runde beenden, Faden abschneiden, durchziehen und alle Fäden verwahren. Damit ist die Mütze fertig.

Einen Bart häkeln

Der Bart ist 32 Zentimeter breit und misst an der längsten Stelle sieben Zentimeter. Zieht die Mütze auf und messt eure Breite von einem Wangenknochen zum anderen und unter der Nase durch. Zieht einen Zentimeter ab und berechnet dafür die Maschen.

Der Bart wird in Reihen gehäkelt, jede beginnt mit einer (bei folgenden festen Maschen) oder zwei Luftmaschen (Stäbchen, halbe Stäbchen), die Rundungen und die Form entstehen durch die Mischung von verschieden hohen Maschen in einer Reihe und durch die Abnahmen am Schluss.
• 1. R: 52 Luftmaschen anschlagen und 51 feste Maschen zurück häkeln. Dabei einen sehr langen Faden (20 bis 30 Zentimeter mindestens hängen lassen – daraus entsteht ein Knopfloch)
• 2. R 2 LM zum Wenden und 51 halbe Stäbchen häkeln
• 3. R: 2 LM, 8 halbe Stäbchen, 9 Doppelstäbchen (das sind die mit zwei Fäden auf der Nadel) in die Maschen der Vorreihe arbeiten. Mit 18 LM die nächsten 16 M überspringen, 9 Doppelstäbchen und 9 halbe Stäbchen arbeiten
• 4. R: 1 LM und auf jede Masche der Vorreihe eine feste Masche arbeiten (isg. 53 M)
• 5. R: 2 LM und auf jede Masche ein Stäbchen häkeln
• 6. R: 1 LM, 7 feste Maschen, 38 Stäbchen, 8 feste Maschen häkeln
• 7. R: 1 LM, 11 FM, 30 DST, 12 FM
• 8. R: 1 LM, 7 FM, 38 ST, 8 FM
• 9. R: 2 LM und HST arbeiten, .
• 10. R: 1 LM und FM häkeln, dabei gleichmäßig 8 Maschen abnehmen

Knitulator als Räuber Hotzenplotz

Räuber Hotzenplotz? Langnase? Helau, Alaaf und Narrinarro

• 11. R: 1 LM und FM arbeiten
• 12 R: 1 LM und FM bis zum Reihenende häkeln, in die letzte Masche eine weitere feste Masche arbeiten und dann die seitliche Kante des Bartes mit FM behäkeln. Etwa ein Zentimeter vor Reihenende für das Knopfloch eine Schlinge von 8 LM (nach Knopfgröße) arbeiten und mit einer FM die Reihe beenden: Wenn ihr die Knopflochschlinge stabiler machen wollt, behäkelt ihr die Luftmaschen noch mit einer Reihe FM, und schließt mit einer Kettmasche den Bogen zur Seitenkante. Faden abschneiden und verwahren.
• Mit dem langen Anfangsfaden eine FM in die Seitenkante häkeln, 8 LM für den Bogen und wie auf der anderen Seite Maschen überspringen, danach die Seitenkante mit FM behäkeln. Soll das Knopfloch stabiler werden, häkelt ihr Kettmaschen zurück bis zur Schlinge und auf diese wieder FM, die ihr mit einer KM mit der ersten FM verbindet. Faden vernähen.
• Die Mütze auf links wenden und anziehen, den Bart anhalten und die Knopfpositionen mit Stecknadeln markieren.
• Knöpfe annähen.

Und falls ihr jetzt noch viele Wollreste habt, könnt ihr noch Fäden in die Bartmaschen knüpfen und euch einen Rauschebart basteln: dafür braucht ihr sicher 50 Gramm Garn, wenn nicht sogar  mehr. Oder ihr nehmt Reste von Bouclé- oder anderem Garn mit Fadenlocken und knüpft euch einen voluminöseren Vollbart. Wikinger flechten sich übrigens auch Zöpfe in den Bart. Erlaubt ist, was gefällt. Viel Spaß mit der Maskerade und immer ein warmes Kinn!